Wenn nicht jetzt, wann dann….

PSV Köln II – HGV Hürth-Gleuel 29:31 (18:13)

Zum Auftakt der Rückrunde gelang den Hürthern die Revanche für die verpassten Punkte aus dem Hinspiel, auch wenn es danach lange überhaupt nicht aussah. Dabei starteten die Gäste ins Duell Dritter gegen Vierter recht ansprechend. Gerade die Defensive war sehr aufmerksam und konnte einige Bälle abgreifen. Diese Ballgewinne konnte man allerdings nicht in Tore ummünzen, in der Anfangsphase scheiterte man mehrfach freistehend und verpasste es so sich bereits früh 3 oder 4 Tore abzusetzen. Stattdessen konnten sich die Gastgeber eine kleine 2-Tore-Führung erspielen, die zwar zwischendurch immer wieder durch die Gleueler ausgeglichen bzw. sogar mal in eine eigene Führung gedreht wurde (10:11 und 11:12), aber beim 14:12 durch Standop wieder Bestand hatte. 5 Minuten vor der Pause war die Gleueler Welt also noch einigermaßen in Ordnung, dann aber glitt den Gästen die Partie vollkommen aus den Händen. Mehrfach schmiss man die Kugel unbedrängt ins Seitenaus oder spielte den Ball beim Anwurf einem Gegenspieler direkt in Hände – diese Geschenke nahm der PSV dankend an und setzte sich binnen zweieinhalb Minuten von 14:13 auf 18:13 aber, was gleichzeitig der Halbzeitstand war. In der Kabine blickte man ausschließlich in rat- und fassungslose Gesichter, dieser Blackout vor der Pause machte allen ziemlich zu schaffen. Leon Derakhshani ergriff dann aber das Wort und seine kurze, aber starke Ansprache brachte wieder so etwas wie Feuer zurück in Augen der Gäste. Abwehrtaktisch stellte man auf eine 3:2:1-Formation um, außerdem sollte nun Tim Foerst auf Mitte Regie führen. Tatsächlich gelang es die Abwehr wieder zu stabilisieren, allerdings schaffte man es wieder nicht vorne den Ball im Tor unterzubringen. Erst nach über 5 Minuten erhöhte der PSV auf 19:13 und der Weg wurde für die Hürthe immer länger. Und es blieb wenig Anlass zum Optimismus, zwar spielten die Hürther wieder deutlich besser, aber die Gastgeber verwalteten clever den Vorsprung und ließen die Gleueler nicht näher als 19:16 (39.) heran. Beim 26:20 durch Eschholz eine Viertelstunden vor Schluss schien die Messe gelesen, zu Groß schien die Hypothek von -6. Aber dann begann die verrückte Wende in diesem Spiel, drei Minuten brauchten die Hürther um durch Schreuer, Hübert, Schmitz und Bonstein auf 26:24 zu verkürzen, plötzlich keimte wieder Hoffnung im Gleueler lager auf, daran änderte auch das 27:24 durch Vogt und eine Zeitstrafe gegen Bonstein nichts. Schreuer verwandelte einen seiner sieben Strafwürfe, Bonstein legte ein weiteres seiner insgesamt 10 Tore nach und schwang sich auf das Spiel fast im Alleingang zu drehen. Schreuer verkürzte nochmal auf 28:27, dann legte Bonstein den 28:28 und 29:29 Ausgleich nach. Trotzdem hatte der PSV alle Trümpfe in der Hand, Hübert schaffte es aber ein Offensivfoul zu provozieren und nun lagen die Punkte für die Hürther, kaum mehr für möglich gehalten, auf dem Silbertablett. Reinhardt scheiterte aber an PSV-Schlussmann Hillesheim, Wichterrich sammelte aber den Abpraller ein. HGV-Coach Wassong nahm die dritte Auszeit – mindestens der eine Punkt sollte gesichtert werden. Dafür sollte von den verbliebenen 22 Sekunden ein Großteil ausgespielt und nur ein später Wurf genommen werden. Bonstein bekam dann 10 Sekunden vor Schluss eine gute Möglichkeit, die er nutze um den Ball im Tor unterzubringen. Viel Zeit zum Jubeln blieb nicht, der PSV startete einen letzten verzweifelten Gegenangriff inklusive Torhüter, doch im allgemeinen Durcheinander fiel die Kugel Simon Bonstein – wem eigentlich sonst – in die Hände, der aus über 30 Metern mit der Schlusssirene den Endstand besorgte und Riesenjubel im Gleueler Lager entfachte. „Nach der ersten Halbzeit wollten wir schon fast nach Hause fahren, dieser Einbruch war absolut unerklärlich“, war HGV-Coach Wassong nach der Partie noch etwas schockiert, „Wie die Jungs aber dann gefightet und das Ding noch gedreht haben war beeindruckend. Trotzdem müssen wir auch nach so einer Achterbahnfahrt unsere Lehren aus vielen Situationen ziehen und nächste Woche einige Dinge besser machen. Aber jetzt freuen wir uns erst mal nur über zwei nicht mehr für möglich gehaltene Punkte“

Spielfilm: 2:2 (5.), 6:4 (10.), 9:8 (15.), 11:11 (20.), 14:12 (25.), 18:13 (HZ) – 18:13 (35.), 21:16 (40.), 25:19 (45.), 26:23 (50.), 28:26 (55.), 29:31 (ES)

PSV Köln II: Max, Hillesheim; Standop (5), Naujoks (1), Vogt (2), Freyburger (1), Clamann (1), Deutsch, Giessmann (3), Gillessen (3), Eschholz (5), Busch (8/5), Kah, Serries

HGV Hürth-Gleuel: Dejoui; Wichterich (1), Fränzel, Eschrich (1), Hübert (5), Beyfuß (1), Reinhardt (1), Fleckenstein, Derakhshani, Schmitz (2), Schreuer (8/7), Bonstein (10), Ingenerf (1), Foerst (1)

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