Wenn nicht jetzt, wann dann….

HSV Bocklemünd 2 – HGV Hürth-Gleuel 24:25 (12:13)

Einen äußerst knappen Auswärtserfolg fuhren die Hürther am vergangenen Samstag beim Tabellenschlusslicht aus Bocklemünd ein. Nach einer sehr mäßigen Vorstellung rettete ein gehaltener Siebenmeter von Alex Koep in der Schlusssekunde den doppelten Punktgewinn. Hatte man vor der Partie gehofft, dass sich die Personallage etwas entspannt hat, wurde man unmittelbar vor dem Spiel eines Besseren belehrt. Martin Beyfuß konnte krankheitsbedingt noch nicht wieder eingreifen und auch Marc Reinhardt, der zwar trainiert hatte, musste die Segel streichen und verpasste bereits die dritte Partie am Stück. Da auch Eric Fleckenstein aus beruflichen Gründen passen musste, fand sich mit Moritz Baier ein 17-jähriges Nachwuchstalent im Aufgebot der Gleueler Equipe, zu einem Einsatz kam es dann aber nicht. „Ich hätte Moritz gerne ein paar Minuten gegeben, bei dem Spielverlauf hätte ich ihm damit aber wohl keinen Gefallen getan. Er ist aber ein Mann für die Zukunft“, zeigte sich HGV-Coach Stefan Wassong trotzdem dankbar. Der Start ins Spiel gehörte dem HGV obwohl man bereits Probleme mit dem Ball hatte. Wie die Gastgeber nach dem Spiel zugaben wurde die Kugel mit extra viel Harz „präpariert“ um die Hürther zu verunsichern. Bis zum 4:5 schlug sich das aber nicht im Ergebnis nieder, da die Gleueler zwar durch den übertrieben klebenden Ball arge Probleme im Angriffsspiel hatten, Bocklemünd aber selber kein Kapital daraus schlagen konnte. Die Gleueler Abwehr stand zuweilen gut und Koep im Tor konnte ein paar Bälle entschärfen. Dann folgte allerdings eine Phase zwischen der 8. und 22. Minute in der den Gästen gar nichts mehr gelang. Technische Fehler und Fehlwürfe häuften sich, davon gefrustet agierte man nun auch kopflos in der Defensive. Zwei Treffern von Bonstein und Ingenerf standen acht Treffer der Bocklemünder entgegen die schließlich 11:7 in Führung lagen. Erst dann begannen die Gleueler sich dagegen zu stemmen und konnten binnen knapp vier Minuten zum 11:11 ausgleichen. Tatsächlich schaffte man es eine 12:13 Führung in die Kabine zu nehmen, was gleichzeitig die beste Nachricht der ersten Halbzeit war. So richtig verdient war diese auch nicht, aber das war dann auch herzlich egal. In den ersten 10 Minuten des zweiten Durchgangs konnte man durch Tore von Schmitz (13:15), Maus (14:16, 7m), Ingenerf (15:17) und Hübert (16:18) jeweils immer auf zwei Tore vorlegen, dann nutzen die Gastgeber eine Zeitstrafe gegen Bonstein aus um durch Peus wieder die Führung zu übernehmen. Gleuel schlug durch Schmitz und Ingenerf zurück und die Führung wechselte beim 22:21 durch Jakubowski und beim 22:23 durch Maus noch zweimal. Ingenerf stellte mit seinem 10. Treffer auf 22:24, aber eine unglückliche wie berechtigte Zeitstrafe gegen Senter gab den Gastgebern die Möglichkeit, dass Spiel in den Schlussminuten noch herumzureißen. Zum Glück für die Gleueler fing „Bockes“ sich dann ebenfalls eine Zwei-Minuten-Strafe ein, den Platz im 5gg.5 vermochten aber weder die Gleueler noch die Bocklemünder zu nutzen. Kurz vor Ablauf von Senters Strafzeit traf Simon Bonstein mit einer Einzelaktion endlich zum 23:25, durch Schneiders Anschlusstreffer drei Minuten vor Schluss war aber weiterhin alles offen. Die Hürther wurden nun wieder fahrig und vertändelten in jedem Angriff den Ball und verteidigten nicht mehr aufmerksam, was Bocklmünd aber nicht nutzen konnte. Stattdessen scheiterten sie dreimal freistehend am glänzend parierenden Alex Koep, der in den letzten 10 Minuten wieder im Tor stand. Eine dieser Paraden hätte eine halbe Minute vor Schluss die Entscheidung bringen müssen, denn die Gleueler mussten nur den Ball halten. Stattdessen unterlief ihnen ein haarsträubender Fehlpass und Bocklemünd bekam einen letzten Gegenstoß. Der zurückgeeilte Leo Schmitz gab alles konnte aber nur noch per Foulspiel die „Notbremse“ ziehen was natürlich Siebenmeter für die Gastgeber bedeutete. Die eigentlich fällige rote Karte ließen die Unparteiischen dann zwei Sekunden vor Ende aber stecken und beließen es bei einer Zeitstrafe. Jakubowski, bis dahin bei 5 von 5 Strafwürfen ohne Patzer, trat an. Doch dieses Mal blieb Koep in diesem Duell der Sieger und parierte mit der linken Hand und hielt die zwei Punkte für den HGV fest. „Wie letzte Woche sind wir nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen“ resümierte Wassong nach der Partie, „wieder geben wir den Ballbesitz in den letzten Sekunden her und können uns heute bei Alex bedanken. Kämpferisch bin ich wieder sehr zufrieden mit den Jungs. Die kommende Pause passt uns gerade gut, da wir personell langsam auf dem Zahnfleisch gehen und darüber hinaus auch nicht gut spielen. Ich hoffe wir können die Pause jetzt zum Regenerieren nutzen und greifen in den letzten beiden Spielen nochmal voll an.“

Spielfilm: 1:2 (5.), 4:5 (10.), 7:5 (15.), 9:6 (20.), 11:10 (25.), 12:13 (HZ) – 14:15 (35.), 17:18 (40.), 19:19 (45.), 22:21 (50.), 23:24 (55.), 24:25 (ES)

Bocklemünd: Gersmeyer; Becker (1), Ketterer (2), Rohn (1), Wehling (3), Bäcker, Fuchs (2), Peus (5), Jakubowski (8/5), Schneider (2)

HGV Hürth-Gleuel: Koep, Dejoui; Fränzel, Eschrich, Hübert (3), Baier, Schmitz (3), Schreuer, Maus (5/1), Bonstein (3), Senter (1), Ingenerf (10)

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