26.09.2026, C.Scholzen
Regionsklasse Männer, 2. Spieltag – HGV Hürth-Gleuel II gegen HSV Bocklemünd II 25:28 (13:11).
Die Punkte gingen nach Bocklemünd, die Anerkennung blieb in Hürth. Die zweite Mannschaft des HGV Hürth-Gleuel verlor ihr Heimspiel am Samstagabend mit 25:28. Sie zeigte aber über weite Strecken eine deutliche Steigerung gegenüber der Vorwoche und bekam dafür sogar vom Gegner ausdrücklich Lob.
Schon vor dem Anpfiff gab es eine besondere Note. Sampson Eleftheriadis, eigentlich für Hürth im Kader, verzichtete auf seinen Einsatz und leitete die Partie als Schiedsrichter. Das tat er so souverän, dass selbst die Gäste ihm Respekt zollten. Aus dem Bocklemünder Lager hieß es, er habe „sehr fair gepfiffen, besser als viele der angesetzten“. Und das, obwohl die eigene Mannschaft auf dem Feld stand. So etwas erlebe man selten.
Die Gastgeber aus Gleuel erwischten den besseren Start. Markus Andree traf nach 87 Sekunden zum 1:0. Über Jochen Schreuer, Christoph Stahl, Peter Menne und Matthias Gehle zog der HGV bis zur 15. Minute auf 9:5 davon.
„Wir haben mit einer deutlich besseren Körpersprache agiert, vor allem in der ersten Halbzeit, in Abwehr und Angriff“, sagte Interimstrainer Friedel nach dem Spiel. Die kompakte Bocklemünder Abwehr habe seine Mannschaft „mit unterschiedlichen Lösungen geknackt“.
Bocklemünd kam über Siebenmeter-Spezialist Maximilian Lippert und Alexander Rohn wieder heran. Hürth ging dennoch mit einer Führung in die Kabine.
Nach der Pause erhöhte Jan Wetzel kurz nach Wiederanpfiff auf 15:11. Beim 19:16 in der 40. Minute sah vieles nach einem Heimsieg aus. Dann kippte die Partie.
Hürth traf rund acht Minuten lang nicht mehr. Ein verworfener Siebenmeter und zwei Zeitstrafen kurz hintereinander kamen hinzu. Bocklemünd nutzte das eiskalt und zog mit sechs Toren in Folge auf 19:22 davon.
Arne Koep stemmte sich mit drei Treffern dagegen und brachte sein Team noch einmal auf 22:24 heran. Schreuer verkürzte später auf 24:26 und Koep per Siebenmeter auf 25:27. Doch Lippert machte 13 Sekunden vor Schluss mit seinem zwölften Treffer alles klar. Ein weiterer verworfener Strafwurf in der Schlussminute besiegelte das 25:28.
„Ein wenig Glück hat gefehlt“
Friedel haderte vor allem mit den knappen Momenten. Abpraller, die beim Gegner ins Tor gekullert seien, dazu Latte, Pfosten und „doppelter Innenpfosten“, zwei verworfene Siebenmeter sowie die Ausfälle von Markus Andree und Peter Menne. „Das Spiel hätte auch verdient mit plus zwei zu unseren Gunsten laufen können“, so der Interimstrainer.
Viele Tore hätten hart erarbeitet werden müssen. Die Abwehr habe permanent agieren und zupacken müssen, „was wir über weite Teile sehr gut gelöst haben“. Die Gäste hätten kaum wechseln können, weil Hürth lange die bessere Mannschaft gewesen sei.
Das sah man in Bocklemünd offenbar ähnlich. Die Hürther hätten „stark gespielt und gekämpft“, ließ man ausrichten. Erst durch einen starken Gegner werde so ein Spiel zum Erlebnis. Und auch menschlich seien die Gleueler „richtig gute Typen“.
„Die Saison ist noch jung“, betonte Friedel. Für die kommende Trainingswoche sei klar, woran gearbeitet werde. Sein Dank galt allen, die an Bord waren: „Gemeinsam werden wir uns Erfolge erarbeiten.“
HGV Hürth-Gleuel II: Schreuer 10/7, Koep 4/1, Menne 3, Andree 2, Schweizer 2, Wetzel 2, P. Engl 1, Gehle 1, Guellich, Wirtz, L. Scholzen, Wahl, Ast, Koch, P. Kopprasch



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